Gemeinnütziger Verein "apoyomedico latinoamerica e.V."


Neben seiner Praxistätigkeit engagiert sich Dr. med. Dieter Emmert seit zehn Jahren unentgeltlich in seiner Freizeit in Nicaragua/Mittelamerika. Bei Besuchen in Krankenhäusern in Lateinamerika entstand die Idee einer nachhaltigen Hilfe zur Verbesserung der medizinischen Versorgung.

Nicaragua ist nach Haiti das zweitärmste Land Lateinamerikas, ein Drittel der Bevölkerung muss mit 1 US $ pro Tag auskommen, ein weiteres Drittel mit 2 US $. Die medizinische Versorgung und der Hygienestandard sind auf niedrigstem Niveau, aufwändige Behandlungsmethoden und Operationen, die bei uns in Mitteleuropa selbstverständlich sind, können sich die Patienten nicht leisten.

Zunächst war Dr. Emmert allein mit seinem Engagement, er bestritt die für die Patienten kostenfreien Arthroskopien einschließlich des sehr teuren technischen Equipments aus eigenen Mitteln. Durch die Gründung eines gemeinnützigen Vereins konnte die Arbeit in Nicaragua auf eine breitere Basis gestellt werden:

  • Mittels Sach- und Geldspenden konnte weitere arthroskopische Ausrüstung angeschafft und nach Nicaragua verschickt werden.
  • Mittlerweile konnten 6 weitere Orthopäden und Unfallchirurgen dazu motiviert werden, in ihrer Freizeit ohne Honorar einheimische Ärzte in modernen Operationstechniken zu schulen und Patienten zu operieren.
  • In 30 Wochen während der letzten 10 Jahre wurden von Dr. Emmert und den ihn begleitenden deutschen Ärzten mehr als 700 Patienten in verschiedenen Städten in Nicaragua operiert.
  • Das Ärzteteam aus Deutschland konnte zwei nicaraguanische Orthopäden soweit ausbilden, dass sie auch kompliziertere Arthroskopien selbstständig vor Ort durchführen können. Der Verein hatte ihnen Hospitationsaufenthalte in deutschen Kliniken organisiert, sodass sie mit dem bereitgestellten Equipment Arthroskopiestützpunkte bilden können.
  • Geplant ist die Ausbildung weiterer Orthopäden zu arthroskopisch versierten Operateuren wie auch die Etablierung weiterer Arthroskopie-Einheiten.

Natürlich benötigt der Verein für sein Engagement weiter Geld- und Sachspenden, um den Ärmsten der Armen bei der Behandlung ihrer Gelenkerkrankungen zu helfen.

Spenden bitte an:
BW Bank Göppingen
Spendenkonto IBAN:
DE98 6005 0101 0008 5780 39

http://www.apoyomedico.de/

Reisebericht Nicaragua November 2016

Reiseteilnehmer:

- Dr. Johannes Kolbe, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
- Dr. Dieter Emmert, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie
- Dr. Hartmut Maier, Ingenieur für Klimatechnik
- Frau Daniela Emmert, Dokumentation
- Frau Andrea Kolbe, Apothekerin
- Frau Karin Maier, Krankenschwester, Schwerpunkt Krankenhaushygiene

Freitag, 28. Oktober 2016
Abflug mit Delta von Stuttgart über Atlanta nach Managua, wo wir gegen 20 Uhr abends ankommen. Im Gegensatz zu unserem letzten Aufenthalt im Februar diesen Jahres passiert unser Gepäck mit OP- Instrumenten, Einmalartikel und Ankern für Schulteroperationen problemlos den Zoll. Außer den geplanten arthroskopischen Operationen ist vorgesehen, dass Dr. Maier die Klimatisierung in den Krankenhäusern in Augenschein nimmt und Verbesserungen in Hinsicht auf Wartung und Pflege der Anlagen unter besonderer Berücksichtigung der Hygiene vorschlägt, Frau Maier mit dem Pflegepersonal auf Station und im OP Verbesserungen der Hygiene zum Schutz der Patienten, aber auch zum Selbstschutz des Personals bespricht und entsprechende Einweisungen gibt ( saubere Hände!), Frau Kolbe Ordnung und Systematisierung der Krankenhausapotheken vornimmt.

Samstag, 29. Oktober 2016
Wir nehmen die beiden Pickups bei der Autovermietung in Empfang und fahren zunächst nach Granada am Lago de Nicaragua, um den Mitreisenden, die erstmalig in Nicaragua sind, einen Eindruck von dem Land zu verschaffen. Es ist der Abend von Halloween und in den Straßen von Granada wird mit Masken und viel Lärm und lauter Musik gefeiert.

Sonntag, 30. Oktober 2016
Nach einem kurzen Besuch am Lago de Nicaragua fahren wir weiter nach Estelí im Norden Richtung Grenze zu Honduras. Wir benötigen länger als geplant und müssen die letzte Stunde im Dunkeln fahren, bei den lateinamerikanischen Verkehrsverhältnissen manchmal ein riskantes Unterfangen. In Estelí erwartet uns Dr. Uriel Diaz an einer Tankstelle und wir checken im Hotel ein, ganz ordentlich mit heißer Dusche und passablem Restaurant. Wir besprechen mit Uriel die Planung des nächsten Tages, die Patienten für die Operationen sind so einbestellt, dass Dr. Kolbe und ich den ganzen Tag im OP sein werden, die anderen Reiseteilnehmer wie vorgesehen sich mit der Krankenhaushygiene, der Klimatisierung, der Apotheke und der Dokumentation beschäftigen.

Montag, 31.Oktober 2016
Um 8 Uhr fängt das OP- Programm an, Uriel hatte versprochen, dass die Wechselzeiten zwischen den OPs nicht mehr als 15 Minuten dauern werden, was jedoch sich manchmal auf 45 Minuten ausdehnt, weil die Instrumente nicht sterilisiert sind oder das Personal eine Pause benötigt. Uriel hatte im Vorfeld eine gute Auswahl von Patienten mit Instabilitäten der Schulter und der Kniegelenke getroffen. Wir assistieren Uriel soweit wie möglich die OPs, und wir können feststellen, dass er gute Fortschritte gemacht hat und auch schwierigere OPs am Knie wie Kreuzbandplastiken selbständig und sicher durchführen kann. Wir operieren gemeinsam einige Schulterinstabilitäten nach mehrfacher Luxation( Verrenkung), hier ist noch Lernbedarf für Uriel. Ich denke, dass in Nicaragua diese Schulterinstabilitäten sehr häufig sind und die Patienten von einer gelungenen OP sehr profitieren, weil sie nicht mehr befürchten müssen, dass bei jedem Hochheben des Armes die Schulter auskugelt.

Dienstag, 1.November 2016
Auch heute wieder gedrängtes OP- Programm, wir wollen spätestens um 15.00 Uhr nach Jinotepe fahren, um nicht in die Dunkelheit zu kommen. Wegen des dichten Verkehrs auf der Panamericana müssen wir dann doch die letzte Stunde im Dunkeln fahren, und das dann auch bei einem heftigen Wolkenbruch. Die nächsten Tage werden wir in Jinotepe verbringen, im Hotel in Diriamba kennt man uns schon von zahlreichen vorausgegangenen Aufenthalten.

Mittwoch, 2.November 2016
Beginn unserer Arbeit im Krankenhaus, die Ehefrau des Präsidenten Daniel Ortega, Rosario Morillo, hat den 2. November zum Feiertag erklärt, weshalb das Krankenhauspersonal eigentlich einen freien Tag hat, aber Oskar konnte organisieren, dass wir im OP und unsere Begleiter in ihren Bereichen- Klimatechnik, Apotheke, Krankenhaushygiene jeweils Krankenhausmitarbeiter zur Seite hatten. Oscar hat ein anspruchsvolles OP- Programm vorbereitet, sodass für die nächsten drei Tage neben vorderen Kreuzbandplastiken und Schulterstabilisierungen auch drei Operationen von hinteren Kreuzbändern anstehen. Hintere Kreuzbandverletzungen sind in Deutschland eine ausgesprochene Rarität, wahrscheinlich sind in Nicaragua die zahlreichen Motorradunfälle mit großer direkter Gewalteinwirkung auf das Knie ursächlich.

Donnerstag, 3.November 2016
Wie am Vortag volles OP- Programm bis zum Abend. Eigentlich hatten wir gehofft, im Anschluss an das OP- Programm zum Pazifikstrand fahren zu können, aber als wir endlich fertig waren, ist es schon dunkel geworden. Abends treffen wir uns zu einem letzten Austausch mit Oscar. Die 4 Paletten mit OP- Ausrüstung, einem Arthroskopieturm, Abdeckmaterialien, Ankern für Schulterstabilisierungen usw., die wir vor einigen Wochen aus Deutschland verschifft hatten, sind in Managua angekommen und müssen in den nächsten Tagen vom Agenten der Spedition durch den Zoll gebracht werden. Wir können mit Freude feststellen, dass sich unsere Bemühungen über die Jahre, Oscar zum versierten Arthroskopeur zu machen, gelohnt haben. Er macht routiniert und zügig die Eingriffe, sodass er nur noch ein wenig Input für Schulter-OPs braucht. Mittlerweile hat es sich in der Region herumgesprochen, und die Patienten kommen mit ihren Knie- und Schulterproblemen aus einem weiten Umkreis zu ihm zur operativen Versorgung.

Freitag, 4.November 2016
Letzter OP- Tag in Jinotepe. Oscar hat für heute 2 vordere Kreuzbandoperationen, eine Schulterstabilisierung und eine Epiphysiodese zur Achskorrektur bei einem 10- jährigen Mädchen mit starkem X- Bein vorgesehen. Zwischen den OPs stellt er uns wie auch an den vorausgegangenen Tagen Patienten mit Knie und Schulterproblemen vor, mit der Fragestellung, welche Therapie die beste für den jeweiligen Patienten ist. Viele benötigen eine OP, sodass sie auf unseren nächsten Aufenthalt vertröstet werden müssen. Am späten Nachmittag fahren wir nach Managua zum Flughafen. Dr. Kolbe und seine Frau bleiben noch in Nicaragua, um auszuloten, ob wir in anderen Städten wie Rivas oder Leon weitere Arthroskopiestützpunkte etablieren können.

Samstag, 5. November 2016
Rückflug nach Hause, diesmal über Panama und Amsterdam und nicht wie beim Hinflug über Atlanta, Ankunft in Stuttgart am frühen Nachmittag, leider kam unser Gepäck nicht mit, wie wir nach langem Warten am Gepäckband zur Kenntnis nehmen mussten. Am nächsten Morgen geht es dann um 8 Uhr in der Praxis mit der Sprechstunde weiter.

Reisebericht Nicaragua Februar / März 2016

Reiseteilnehmer:
- Dr. Dieter Emmert (Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, Orthopraxis, Ebersbach)
- Dr. Dirk Faber (Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie) Uhland Praxisklinik Nürtingen

Freitag, 26.02.2016
Flug mit Delta Airlines über Atlanta nach Managua. Bei unserer Ankunft spätabends nach der langen Reise haben wir noch Ärger am Zoll, weil die Schrauben, Anker und anderen OP - Materialien nicht deklariert und beim Zoll bekannt waren. Ich muss alles Instrumentarium und medizinischen Artikel am Zoll lassen, es folgen lange Diskussionen hin und her mit den Zöllnern, Papiere ausfüllen, nach einer Stunde sagt man uns, vielleicht könnten wir die benötigte Ausrüstung am nächsten Tag ausgehändigt bekommen. Leider ist auch ein Großteil der Implantate dabei, die mir freundlicherweise von Ralf Müllers von der Firma Arthrex zur Verfügung gestellt worden sind. Ralf war ja vor 2 Jahren selbst mit in Puerto Cabezas und hatte sich engagiert um Ernesto während seines einmonatigen Hospitationsaufenthaltes in Deutschland gekümmert. Einiges findet der Zoll bei mir glücklicherweise nicht, unter anderem Schrauben und Anker, die ich für unsere nicaraguanischen Ärzte in Jinotepe und Esteli mitgebracht habe und am späten Abend noch Oscar, dem Orthopädiekollegen aus Jinotepe aushändigen kann.

Samstag, 27.02.2016:
Am Zoll werden wir leider abgewiesen, müssen erneut Papiere ausfüllen und Lagergebühr bis zum 6. März 2016 bezahlen. Nachmittags unternehmen wir einen Ausflug nach Granada, abends treffen wir uns mit Oscar, der schon seit 9 Jahren von unserem Verein unterstützt wird und mittlerweile in der Lage ist, die arthroskopischen Operationen am Knie selbständig durchzuführen. Einige Instrumente, die der Zollkontrolle entgangen sind, waren für ihn bestimmt, er kann sie sehr gut für die Versorgung seiner Patienten gebrauchen.

Sonntag, 28.02.2016:
Mittags fliegen wir mit der kleinen Zweipropellermaschine zu unserem Einsatzort Puerto Cabezas an der Karibikküste. Dirk ist zum zweiten Mal hier, ich zum vierten Mal. Dr. Ernesto Espinoza holt uns am Flugplatz ab, bringt uns zum Hotel. Danach fahren wir in die Klinik, um das Instrumentarium für die OPs der kommenden Woche zu überprüfen. Ernesto hatte mir geschrieben, er hätte alle benötigten Instrumente verfügbar, aber leider fehlen einige Teile, sodass wir von Dr. Dino Aguila die "Black Box" brauchen, ein schwarzer Koffer, in dem ich das Basisinstrumentarium deponiert habe für unsere Einsätze in verschiedenen nicaraguanischen Kliniken. Dino fliegt am nächsten Morgen sehr früh in die USA zu einem Kongress und lässt den Koffer mit dem Flugzeug nachkommen, sodass wir ab Dienstag auch Kreuzbandoperationen durchführen können. In der Klinik ist Alles wie gewohnt: Fliegen und Moskitos im OP, viel Patina, aber jetzt steht der neue Bildwandler im OP, der von unserem Verein Apoyomedico angeschafft und nach vielen Mails und mit viel bürokratischem Aufwand hierher verschickt wurde. Mit dem entsprechenden Adapter konnten wir ihn testen und Ernesto funktionsfähig übergeben, damit er in Zukunft bei OPs am Knochen während der Operation unter Durchleuchtung verfolgen kann, wie die Knochen stehen und ob Schrauben und Platten korrekt implantiert sind.

Montag, 29.02.2016
Wir fangen um 8 Uhr mit der Sprechstunde an, wir untersuchen bis zum Mittag etwa 60 Patienten, von denen wir etwa 20 für die nächsten Tage mit Meniskusschäden, Kreuzbandrissen auswählen. Ernesto erstellt das OP- Programm für die Woche, am Nachmittag beginnt es mit 3 Arthroskopien und endoskopischer Meniskuschirurgie. Ernesto war während unserer letzten Aufenthalte in diese Technik eingewiesen worden und soll während unseres Aufenthaltes noch weiter unter Anleitung üben. Außer ihm ist niemand im Umkreis von 200 Kilometern in der Lage, diese OPs vorzunehmen. Wir lassen ihn die Eingriffe machen, assistieren ihm und zeigen ihm Kniffe und Tricks, damit er nach unserer Abreise allein klar kommt.

Dienstag, 1.03.2016
Volles Programm heute, u.a. 2 Kreuzbandoperationen und die Rekonstruktion einer alten Achilles-Sehnenruptur, bei der eine direkte Naht nicht mehr möglich ist und der Defekt mit einem Sehnentransplantat vom Oberschenkel überbrückt wird. Leider dauert der Wechsel zwischen den Eingriffen immer etwa eine Stunde, bis die Instrumente aufbereitet sind, der OP geputzt ist, der Patient in Narkose liegt. Und extrem dynamisch arbeitet das OP- Personal auch nicht gerade. So gegen 8 Uhr abends sind wir dann fertig und fahren zu einem Fischrestaurant am Meer und genießen Bier und fangfrischen Lobster. Ein schöner Abschluss eines harten Kliniktages.

Mittwoch, 2.03.2016
Aus 6 OPs sind 5 geworden, weil ein Patient nicht im Krankenhaus erschienen ist. Alles wieder Knie-OPs: Kreuzbandoperationen und Meniskusentfernungen, wobei letztere von Ernesto mittlerweile mit kleiner Unterstützung selbständig durchgeführt werden können. Das Personal im OP muss dringend von Ernesto geschult werden, um die Regeln von Hygiene und Asepsis zu beachten. Ich erkläre ihm mehrfach eindringlich, dass er der Allein- Verantwortliche dafür ist und immer schauen muss, dass nichts unsteril wird und sich seine Mitarbeiter korrekt verhalten. Abends sind wir bei Ernestos Mutter zum Essen eingeladen, es gibt ein typisches Gericht von der Karibikküste mit Bananen, Yucca und Fleisch, eigentlich ganz lecker. Die Gastgeberin ist eine sehr interessante, gebildete Frau von 63 Jahren, mit der wir 2 Stunden über die Verhältnisse im autonomen Gebiet der Atlantikküste sprechen, die Vergangenheit und Zukunft Nicaraguas und der Region. Sie sieht die Zukunft eher skeptisch und befürchtet nach den Parlamentswahlen im Herbst Unruhen bis bürgerkriegsähnliche Zustände.

Donnerstag, 3.03.2016
Der erste Patient wird von der Anästhesistin wegen zu hohen Blutdrucks abgesetzt, so dass wir gegen 16 Uhr schon mit dem Programm fertig sind. So haben wir eine kleine Pause, um uns von den Strapazen zu erholen.

Freitag, 4.03.2016
Letzter Arbeitstag in Puerto Cabezas. Wir machen nochmals 4 arthroskopische Operationen mit Ernesto. Er muss in der nächsten Zeit unbedingt jede Woche 2 oder besser 4 solcher Eingriffe durchführen, damit er seine Fertigkeiten weiterentwickelt. Nach Ende des OP- Programms führt uns Ernesto durch die Klinik. Eigentlich waren die Gebäude während des Bürgerkrieges als Internierungslager für Flüchtlinge aus den Karibikgebieten gebaut worden. Alles ist sehr einfach und heruntergekommen, die Betten verrostet, der Röntgenapparat notdürftig repariert, das Essen für Personal und Patienten wird auf Holzkohlenfeuer gekocht, Patienten, die eine lange Anreise haben, kommen in einer Hütte auf dem Krankenhausgelände ohne Betten und Matratzen unter. Der letzte Abend mit Ernesto. Wir wollen versuchen, mit Hilfe von Sponsoren und Spenden zumindest in kleinen Bereichen in der Zukunft die Situation im Krankenhaus in Puerto Cabezas zu verbessern. Aktuell ist ein Container mit acht ausgemusterten Betten aus der Klinik am Eichert, Göppingen, unterwegs.

Samstag, 5.03.2016:
Rückflug nach Managua. Wir fragen beim Zoll nach dem dort gelassenen Equipment, das wir wieder mit zurück nach Deutschland nehmen müssen nach. Wir bekommen die beschlagnahmten Artikel erst am nächsten Morgen, kurz vor dem Check-In ausgehändigt.

Sonntag, 6.03.2016:
Rückflug über Atlanta nach Stuttgart, wo wir am Montagmorgen um 9.00 Uhr landen. Um 14:00 Uhr fange ich bei mir in der Praxis mit der Sprechstunde an.

Nicaragua 30. Oktober ‒ 08. November 2015

Reiseteilnehmer:

Dr. med. Wolfgang Birkner, Dr. med. Dieter Emmert,
Frau Daniela Emmert, Frau Dr. med. Waltraut Birkner

Freitag, 30. Oktober 2015

Anreise mit Delta- Airline von Stuttgart, das Ehepaar Birkner muss über Amsterdam und Panama nach Managua reisen, da im Anschluss an den Aufenthalt in Nicaragua eine Weiterreise nach Kuba geplant ist und deshalb der Flug mit Zwischenstopp in USA nicht möglich ist

Wir treffen uns spät am Abend am Flughafen in Managua, alle müde von der langen Reise.

Samstag, 31. Okober 2015

Mit dem gemieteten Pickup fahren wir nach Granada, zur Akklimatisierung ein Ruhetag in der pittoresken Kolonialstadt.

Sonntag, 01. November 2015

Nach dem Frühstück sind wir mit Cesar verabredet, einem jungen Orthopäden, der in Granada im öffentlichen Krankenhaus arbeitet. Unser langjähriger Freund Dr. Dino Aguillar hatte uns Cesar als einen Chirurgen ans Herz gelegt, der nach Oscar in Jinotepe, Uriel in Estelí und Ernesto in Puerto Cabezas an der Karibikküste in der Technik der arthroskopischen Operationen ausgebildet werden sollte. Wir besuchen das Krankenhaus, das Gebäude ist in einem guten Zustand, wurde vor etwa 15 Jahren mit japanischer Unterstützung gebaut. Leider ist das Interieur deutlich älter, teilweise defekt, verrostet, reparaturbedürftig. Cesar zeigt uns seinen OP, sehr klein, aber mit Klimaanlage ausgestattet. Es gibt eine übersichtliche Arthroskopieausrüstung, die er zusammen mit einer Chirurgin benutzen kann. Er hätte schon einige wenige Arthroskopien durchgeführt, ist aber sicherlich noch ganz am Anfang der Lernkurve. Der Schatzmeister unseres Vereins, Herr Jörg Weinmann, konnte einen gebrauchten Arthroskopieturm besorgen, den wir Cesar zur Verfügung stellen wollen. Die Verhältnisse sind wie in den anderen staatlichen Kliniken, es gibt nur eine minimale Basisbehandlung für die Patienten. Wenn ein gebrochener Knochen mit einer Platte oder Nagel stabilisiert werden muss, muss der Patient das Implantat bei einem Medizinhandel kaufen, für die Bohrmaschine die Miete bezahlen, denn im Krankenhaus gibt es nur eine Black& Decker Bohrmaschine, die sich nicht sterilisieren lässt.

Nachmittags fahren wir nach Jinotepe, wo wir den Rest der Woche mit Oscar arthroskopische Operationen durchführen werden.

Montag, 02. November 2015

Ab 8 Uhr ist Sprechstunde in der Klinik, bis 14 Uhr haben wir 80 Patienten gesehen, die meisten mit Erkrankungen am Knie oder an der Schulter wie Meniskusschäden, Verletzungen des vorderen oder hinteren Kreuzbandes, chronischen Schulterschmerzen, Sehnenrissen oder wiederholten Schulterverrenkungen. Oscar hat die Sprechstunde wie immer gut organisiert, sodass wir in 2 kleinen Zimmern im Wechsel zügig die Untersuchungen durchführen können und die Indikation zur Operation stellen können. Wir wählen 22 Patienten aus, die in den nächsten Tagen operiert werden. Die Patienten, die wir in dieser Woche nicht in das OP- Programm aufnehmen können, wird Oscar später operieren. Selbstverständlich ist die Behandlung für die Patienten kostenlos, wenn wir sie operieren. Normalerweise müssten sie Einmalartikel, sterile Abdecksets oder Implantate wie Interferenzschrauben für Kreuzbandoperationen kaufen. Wir sind froh, dass wir auch diesmal wieder auf die Implantate zurückgreifen können, die uns freundlicherweise von der Firma Karl Storz, Tuttlingen, zur Verfügung gestellt wurden. Nochmals herzlichen Dank für diese Hilfe!

Nachmittags beginnen wir mit den arthroskopischen Operationen. Die Firma Karl Storz hat uns auch diesmal wie bei den Aufenthalten vorher einen kompletten Arthroskopieturm zur Verfügung gestellt, der bei Bühler- Farma in Managua deponiert ist und zu unseren Einsatzorten transportiert wird. José, ein Angestellter von Bühler- Farma, hilft uns als „OP- Springer“ und reinigt und wartet das Equipment. Auch hierfür nochmals besten Dank!

Dienstag, 03. November bis Freitag, 06. November 2015

In diesen vier Tagen werden 20 Patienten operiert, davon 4 mit Verletzungen des hinteren Kreuzbandes, eine eher seltene Operation, die auch in Deutschland nur an wenigen Kliniken routiniert durchgeführt wird, in Nicaragua bisher nur von Dr. Birkner und vor einigen Jahren von Dr. Jörg Richter aus Markgröningen.

Die übrigen Operationen assistieren wir Oscar, die er einschließlich der Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes selbständig ausführt. Nach der Woche können wir ihm bescheinigen, dass sich der Aufwand gelohnt hat- Aufenthalte unserer Ärzte in Jinotepe, Bereitstellung von Arthroskopieausrüstung, Hospitation in Deutschland- Oscar ist in der Lage, diese Eingriffe allein ohne unsere Hilfe durchzuführen, sodass wir bzw. unser Verein nur noch dafür sorgen müssen, dass er die notwendigen Materialien, Einmalartikel, Implantate erhält. Für uns ist es erfreulich zu sehen, dass in Jinotepe jetzt ein gut funktionierender Arthroskopie- Stützpunkt etabliert ist, wo die einheimischen Patienten eine professionelle, moderne Behandlung ihrer Gelenkerkrankungen bekommen, die ihnen normalerweise in den staatlichen Kliniken in Nicaragua verwehrt ist.

Bevor wir uns von Oscar und dem Mitarbeitern des Krankenhauses verabschieden, bedankt sich der Klinik- Direktor mit einer kleinen Ansprache für unser Engagement, dass wir unentgeltlich den Patienten in Jinotepe geholfen haben, und händigt uns Urkunden mit den Dankesworten aus.

Am Freitagabend fahren wir zurück nach Managua, abends treffen wir Dino Aguillar. Wir berichten ihm über unsere guten Erfahrungen mit Oscar. Auf seinen Rat hin hatten wir mit der Ausbildung von Oscar zum Arthroskopiker begonnen.

Dino hat nach fast 2 Jahren Erfolg mit der Gründung einer NGO- Non Government Organisation- an die wir in Zukunft unter Umgehung der staatlichen Stellen Equipment an Oscar, Uriel, Ernesto und Cesar schicken können und somit hoffentlich weniger bürokratische Hindernisse zu überwinden haben.

Samstag, 07. November 2015

Rückflug nach Hause, wo wir wie immer übermüdet und mit Jet-Leg ankommen. Das Ehepaar Birkner reist über San Salvador nach Kuba, wo sie sich in Krankenhäusern informieren wollen, ob wir dort eventuell ein Arthroskopie- Einheit installieren können.

Kontakt

Kirchheimer Str. 3
73061 Ebersbach

Tel.: 07163-909337
Fax: 07163-909338

E-Mail: dr.emmert@orthopraxis-de.de

Sprechzeiten

Mo.–Do. 08:00 – 12:00 Uhr
15:00 – 18:00 Uhr
Fr. 08:00 – 14:00 Uhr

Unfälle durchgehend